Geschichte des Poker

Die Wurzeln von Poker reichen bis in das 15. Jahrhundert zurück, als in Europa das Kartenspiel Poch an Popularität gewann. Über französische Auswanderer wurde das Spiel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter dem Namen Poque nach Nordamerika gebracht und insbesondere im Raum New Orleans gespielt. Der Name Poker leitete sich folglich aus dem französischen Begriff Poque ab, wobei diese frühe Form noch mit 20 Karten gespielt wurde. Während des Goldrauschs des 19. Jahrhunderts breitete sich Poker rasant im Westen der USA aus und wurde fortan nur noch mit dem 52 Spielkarten umfassenden englischen Deck gespielt. In dieser Zeit entwickelten sich verschiedenste Varianten heraus, unter anderem Wild Card (etwa 1875), Lowball und Split-Pot-Poker (etwa 1900) sowie Community Card Poker (etwa 1925), die zudem durch neue Regeln wie der Einführung des Flush ergänzt wurden.

Die Popularität von Poker in den USA des 19. Jahrhunderts lag größtenteils in der Mobilität begründet. Insbesondere während des Goldrauschs und der Sezessionskriege waren die Menschen viel unterwegs und konnten selbstverständlich kein schweres Gerät wie beispielsweise einen Roulette-Tisch mit sich führen. Die Pokerregeln waren hingegen leicht verständlich und die Karten konnten auf Reisen in der Hosentasche Platz finden.

Salonfähig wurde das Spiel schließlich erst im Jahre 1931, als der US-Bundesstaat Nevada das Glücksspiel legalisierte. Nun durfte Poker offiziell an Tischen der Casinos ausgetragen werden. Einen ersten Boom erlebte das Kartenspiel in den 1970er Jahren durch das Austragen der World Series of Poker (WSOP), die die Bekanntheit des Spiels unter anderem dank großem Medieninteresse und Liveübertragungen im Fernsehen in die Höhe schnellen ließen. Dank dieser Entwicklung wurde Poker zudem nicht mehr als reines Glücksspiel gesehen, da die Strategieelemente immer deutlicher in den Fokus rückten.

Das moderne Texas Hold'em wurde Ende der 1990er Jahre von den Casinos favorisiert, was die Grundregeln für die aktuelle Pokergeneration festlegte. Anfang des aktuellen Jahrtausends wurde durch das Aufkeimen der Möglichkeit, online am heimischen PC Pokerduelle mit anderen Spielern auszutragen, der aktuelle Boom des Spiels ausgelöst. Durch die rasante Verbreitung von Pokerangeboten im Internet wurde das Spiel auch in Europa und nicht zuletzt Deutschland immer beliebter. Wie für die US-Bürger im 19. Jahrhundert macht auch heute die Erreichbarkeit des Spiels viel von dessen Reiz aus. Während damals die physische Leichtigkeit das Hauptargument des Kartenspiels war, die ein Spielen an allen Orten ermöglichte, ist es in unserer heutigen Zeit die unkomplizierte Erreichbarkeit des Spiels und anderer Kontrahenten vom heimischen PC aus.