Große Pokerturniere (WSOP, EPT, WCOOP)

World Series of Poker

Die World Series of Poker, kurz WSOP, ist nicht nur das dienstälteste Pokerturnier der Welt, sondern auch das mit Abstand größte. Dabei war das System, das im Jahr 1970 zur ersten Veranstaltung gespielt wurde, noch ein ganz anderes. Die sieben vermutlich besten Pokerspieler der damaligen Zeit spielten in einem simplen Cash-Game gegeneinander und kürten nach verschiedenen Wahlgängen den Erfolgreichsten unter sich: Johnny Moss. Jener Amerikaner wiederholte seinen Triumph im folgenden Jahr, als das heute bekannte Freezeout-Prinzip eingeführt wurde. Das Preisgeld betrug gerade einmal 30.000 US-Dollar - die Summe aus dem jeweiligen Einsatz von 5.000 Dollar. Nicht nur das Medieninteresse an der World Series of Poker stieg kontinuierlich an, auch die Anzahl der Mitspieler erhöhte sich stetig, so dass das Gewinngeld prozentual geteilt werden musste.

Bis zum Jahrtausendwechsel gewannen mit Hal Fowler und Noel Furlong nur zwei Amateure das Turnier, bis der Sieger aus dem Jahr 2003 den Online-Poker-Boom erst so richtig ins Rollen brachte. Nach der Zahlung von 39 Dollar nahm der US-Amerikaner Chris Moneymaker an einem Qualifikationsturnier im Internet teil und spielte sich beständig in das große Finale, den Main Event, wo er sich für alle überraschend durchsetzte. Seinen geringen Buy-in erhöhte er somit auf gigantische 2,5 Millionen Dollar und zeigte auf, dass der Traum, mit wenig Einsatz zum Millionär aufzusteigen, kein Traum bleiben muss. Noch heute fühlen sich viele Pokerspieler, gerade im Internet, von ihm inspiriert. Die bisher höchste Gewinnsumme ergatterte Jamie Gold im Jahr 2006, als ganze 12 Millionen Dollar auf dem Spiel standen.

Die World Series of Poker besteht heutzutage aus verschiedenen Spielvarianten und mehreren Turnieren. Jeder Gewinner erhält nicht nur die Gewinnsumme des jeweiligen Spiels, sondern auch ein WSOP-Bracelet, ein Armband aus Gold. Bekannte Sieger aus Deutschland sind unter anderem Eduard "Eddy" Scharf, der zwei Bracelets sein Eigen nennt, Martin Kläser und Pius Heinz, der 2011 das Hauptturnier im No Limit Texas Hold'em für sich entscheiden konnte.

Weitere Infos unter: http://www.wsop.com/.

European Poker Tour

Nur ein Jahr nach dem spektakulären Erfolg von Chris Moneymaker, der sich bei der World Series of Poker mit einem Einsatz von 39 zu 2,5 Millionen Dollar hochspielte, fiel auch in Europa der Startschuss für eine große Turnierserie, die noch heute Bestand hat. 2004 wurde die European Poker Tour, kurz EPT, ins Leben gerufen - und mit ihr Turniere, die der World Poker Tour ähneln. Zunächst unterschied sich die europäische Variante nahezu ausschließlich durch die geringeren Buy-ins, die sich ebenfalls in niedrigeren Auszahlungen niederschlugen. Obwohl weniger Top-Spieler angelockt werden konnten, nahmen einige Sieger etwa 100.000 Euro ein.

Als die Buy-ins in der Saison 2007/2008 erhöht wurden, fanden sich auch endlich bekannte Namen wie Phil Ivey und Andy Bloch an den Tischen wieder, die sich regelmäßig ins Finale spielten und spannende Partien lieferten. Im Gegensatz zur World Poker Tour finden sich an jedem Finaltisch nicht nur sechs Spieler ein, sondern acht. Außerhalb der Vereinigten Staaten hat sich die European Poker Tour als das größte Turnier etabliert, das 2008 sogar auf den Bahamas veranstaltete. Zu den bekanntesten Gewinnern aus Deutschland zählen unter anderem Sebastian Ruthenberg, Sandra Naujoks und Moritz Kranich.

Ein kurioser Zwischenfall ereignete sich 2010, als im Hyatt-Hotel in Berlin während der European Poker Tour ein bewaffneter Raubüberfall für Furore sorgte. Obwohl die maskierten Räuber schon wenige Tage später von der Polizei gestellt werden konnten, fehlt von der Beute weiterhin jede Spur. Noch heute gilt der Vorfall als "schwärzester Tag der deutschen Pokergeschichte".

Weitere Infos unter: http://www.europeanpokertour.com/.

World Championship of Online Poker

Auch vor dem großen Durchbruch, den Chris Moneymaker bei der World Series of Poker im Jahr 2004 ins Leben rief, befand sich das Pokern im Internet auf dem Vormarsch. Bereits 2002 veranstaltete PokerStars die erste World Championship of Online Poker (WCOOP). In Anlehnung an die WSOP wurden von Beginn an Turniere aller relevanten Pokervarianten durchgeführt - ebenfalls gab es neben dem Preisgeld ein Bracelet. Nachdem der Preispool 2002 noch bei überschaubaren 730.000 US-Dollar lag, erhöhte er sich schon im kommenden Jahr auf 2,7 Millionen Dollar.

Der Internet-Poker-Boom hatte große Auswirkungen auf die WCOOP. Beim Turnier im Jahr 2007 loggten sich mehr als 40.000 Teilnehmer aus über 100 Ländern ein, was Preisgelder in einer Höhe von über 24 Millionen Dollar zur Folge hatte. Beim großen Main Event standen 7,5 Millionen Dollar auf dem Spiel, das in seiner Gesamtheit über 21 Stunden dauerte, bis sich schließlich ein Teilnehmer namens "Ka$ino" sowohl Bracelet als auch Gewinn sicherte.

Veränderungen brachte der "Black Friday 2011" mit sich, der es US-amerikanischen Spielern gesetzlich unmöglich machte, am Turnier teilzunehmen, da es von nun an verboten war, Geldtransfers auf Glücksspielportale zu tätigen. In der Folge wurde kein amerikanischer Gewinner mehr festgestellt, obwohl sich viele US-Spieler aus anderen Ländern einloggten.

Der erfolgreichste deutsche Spieler ist George Danzer, der 2009 und 2012 jeweils ein Bracelet gewann und zu den bekanntesten Pokerspielern in ganz Europa zählt.