Poker in Deutschland

"Pokerface", "Heads-Up" und "Bluff" sind in Deutschland schon lange keine unbekannten Vokabeln mehr, die einen Blick ins Wörterbuch rechtfertigen. Das Pokerspiel hat online wie offline noch nie einen derart hohen Zuwachs erhalten. Da versteht es sich ganz von selbst, dass immer wieder Fragen über die Legalität und Rechtslage aufkommen. Erst recht, da die Antworten nicht immer ganz eindeutig sind.

Legalität von Poker

Der Online-Poker-Boom scheint nicht zu stoppen. Selbst in Deutschland hat sich das Kartenspiel, das sich sowohl auf Geschick als auch eine gehörige Portion Glück verlässt, in der Mitte der Gesellschaft etabliert, ist selbst im Fernsehprogramm zu einer festen Größe geworden. Über 500.000 Deutsche spielen regelmäßig im Internet und profitieren von einer großen Bandbreite erfolgreicher Anbieter wie bwin, Pokerstars, William Hill oder 888Poker. Eine Frage hingegen fällt nur allzu häufig unter den Tisch: Ist es gesetzlich überhaupt erlaubt, in den Weiten des World Wide Webs um Geld zu spielen?

Online-Poker: Legal oder illegal?

Das Glücksspiel ist so populär wie nie zuvor, in Deutschland aber an sehr strenge Regeln gebunden. Grundsätzlich gilt: Öffentliche Glücksspiele im Internet sind verboten (s. GlüStV Paragraph 4, Absatz 4)!

Trotz des hohen Geschicklichkeitsfaktors gilt Poker weiterhin als Glücksspiel, da die durchschnittliche Fähigkeit der Spieler in Betracht gezogen werden muss und nicht etwa der erweiterte Erfahrungsschatz professioneller Pokerexperten. Damit einhergehend ist auch die Teilnahme an Spielen dieser Art gesetzlich untersagt, im Ernstfall kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten gerechnet werden. Die Ausnahme der Regel bilden hierzulande ausschließlich staatliche Casinos, die mit einer Konzession ausgestattet sind.

Keine Gefahr durch Online-Casinos?

Jeder Online-Pokerspieler ist sich der Tatsache bewusst, dass die Anbieter der großen Unternehmen im Ausland sitzen und ihre offiziellen Lizenzen häufig in Malta oder Gibraltar beantragt und erhalten haben. Das Risiko an sich ist also zunächst nicht sonderlich hoch. Dazu kommt die Tatsache, dass noch kein deutscher Spieler rechtlich belangt wurde, weil er im Internet an einem Online-Pokertisch um Geld gespielt hat. Hohe Gewinne sollten jedoch vorsichtshalber beim Finanzamt vermerkt werden.

Poker und Steuern

Nicht minder spannend als das Heads-Up eines großen Pokerturniers sind die vielen Diskussionen der Community. Mit dem zunehmenden Online-Poker-Boom rücken immer mehr Fragen in den Mittelpunkt, die vor wenigen Monaten noch völlig undenkbar schienen. Als Pius Heinz bei der World Series of Poker im Jahr 2011 einen stattlichen Betrag von 8,7 Millionen US-Dollar kassierte, lag eine weitere wichtige Debatte auf der Hand: Müssen Poker-Gewinne versteuert werden?

Keine Einkommenssteuer für Glücksspiele

Es verwundert wenig, dass es Einzelfälle und eher schwammige klare Regelungen gibt, die Poker-Gewinne betreffen. Grundsätzlich sind Besteuerungen von Poker-Gewinnen nach dem Einkommenssteuergesetz nicht vorgesehen. Die einzige Ausnahme des Falles besteht aus Vertragsspielern, die regelmäßige Gehälter von unter anderem Werbeträgern erhalten. So lang ein Spieler seinen Lebensunterhalt jedoch nicht aus Poker-Gewinnen bezieht, ist die Einkommenssteuer zunächst außen vor.

Das Finanzamt schreitet ein

Online-Glücksspiel ist in Deutschland gesetzlich verboten - die Teilnahme an Pokerturnieren gehört dazu. Es verwundert wenig, dass es hin und wieder Einzelfälle gibt, die von der Norm abweichen. Immer mehr Finanzämter sehen den regelmäßigen Bezug von Gewinnen als Einkunft aus einer gewerblichen Tätigkeit - ganz unabhängig davon, ob der Wille besteht, sie für den Lebensunterhalt zu gebrauchen. Aufsehen erregte der Fall Eddy Scharf, der an mehreren internationalen Turnieren teilnahm und schlussendlich zur Kasse gebeten wurde. Der Grund: die Gewinne seien als gewerbliche Einkünfte versteuerbar. Nachdem das Urteil gegen Scharf gefällt wurde, ging er sofort in Revision.

Im Ernstfall sollte jeder Spieler schnellstmöglich einen Anwalt aufsuchen, um keine Fristen zu übersehen und über eine kompetente Rechtsberatung zu verfügen. Vorsicht ist bekanntermaßen immer noch besser als Nachsicht!

Poker Bundesliga

"Life is a game - I'm all in!" lässt die Poker-Bundesliga (P-BL) verlauten und trifft damit ganz eindeutig den Nerv der Zeit. Immer mehr Spieler interessieren sich für das angenehme Kartenvergnügen, das Können und Glück auf eine geschickte Weise kombiniert. Dass sich die Bundesliga konsequent auch an Anfänger und Neueinsteiger richtet, hat seinen guten Grund: Schließlich sind es häufig gerade die weniger erfahrenen Spieler, die für spannende und ruhmreiche Momente sorgen!

Das gesamte Turnier läuft dabei in ganz Deutschland über mehrere Runden hinweg - zusätzlich zum Sieg am Tisch wandert auch das damit gelöste Finalticket in greifbare Nähe. Neben spannenden Turnieren einzelner Personen können übrigens auch komplette Teams an den jeweiligen Tischen teilnehmen und ihr Glück unter geeigneten Bedingungen auf die Probe stellen!

Weitere Infos unter: http://www.poker-bundesliga.de/.